Wasser

Wasser ist ein Urelement, die Wiege allen Lebens auf dieser Erde. Wasser vermag es, unsere Sinne und Gefühle auf die verschiedenste Art und Weise zu beeinflussen. Es ist zu sehen, zu fühlen und zu hören. Es kann der Freiraumarchitektur in vielen Facetten dienen: von der Quelle bis zum Teich, in Form von Quellsteinen oder Wasserfällen. Es weckt ein gewisses Urgefühl im Menschen. Wer kennt es nicht, dieses beruhigende Gefühl an einem Strand mit wogenden Wellen und dem unverkennbaren Rauschen in den Ohren. Durch seine Eigenschaften ist das Wasser auch ein wichtiger Bestandteil in der therapeutischen Freiraumarchitektur. Es kann Sinne anregen, über die dem z.B. an Demenz Erkrankten ein beruhigendes Gefühl vermittelt wird und ihm eine gewisse Orientierung in seiner eigenen Welt gegeben wird.

Durch die Kombination von Wasser mit Natursteinen, Stahl, Glas oder auch Beton können Räume und Plätze von unterschiedlicher atmosphärischer Wirkung geschaffen werden, die z.B. dem Wunsch des Menschen nach einer kühlen Architektur oder dem Wunsch nach einem stillen meditativen Ort nachkommen.

Terrassen und Plätze

Als feste Baukörper sind Terrassen und Plätze zentrale Punkte in der Landschaft oder im Garten. Pflanzen und Accessoires in Gartenräumen sind veränderbar, nicht so ist es mit den festen Baukörpern, die häufig längerfristig Bestand haben. Sie sollten eine gewisse Zeitlosigkeit besitzen. Terrassen und Plätze stehen mit dem organisch gestalteten Freiraum im Wechselspiel. Je nachdem, was zuerst vorhanden ist, der feste Baukörper oder der organische Freiraum, wird die Gestaltung des einen von derjenigen des anderen beeinflusst. So ist z.B. die Auswahl des jeweiligen Materials ein entscheidender Faktor für die nachfolgende Planung und Gestaltung des Freiraumes. Unter Einbeziehung der Landschaft bzw. des Wohnumfeldes bieten sich Möglichkeiten, mit den verschiedensten Materialien wie z.B. Holz, Stahl, Glas oder Natursteinen architektonische Räume zu gestalten und ihnen eine gewisse Note im Freiraum zu verleihen.

Bepflanzung

Nichts auf dieser Erde ist wohl vielfältiger in der Form und in der Farbe als die Pflanzen. Durch ihre unerschöpfliche genetische Vielfalt bieten sie der Freiraumarchitektur ein weites Spektrum an Möglichkeiten, Stimmungen, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Gerade durch eine durchdachte Bepflanzung ist es möglich, Spannungsfelder und Kontraste in der Landschaft oder im Garten herauszuarbeiten. Das Spiel mit dem Wind, den Farben und dem Licht kann dem jeweiligen Betrachter so verdeutlicht werden. Die verschiedenen Farben, z.B. von Stauden, können so kombiniert werden, dass das ganze Jahr über ein verschiedenfarbiger, üppiger Blütenflor zu betrachten ist. Zusätzlich bedingen gerade im Außenraum noch viele weitere Faktoren die Wahrnehmung von Farben. So ist es z.B. ein großer Unterschied, ob man eine Farbfläche in einem kleinen (z.B. Garten) oder in einem großen Raum (z.B. freie Landschaft) betrachtet, ob die Fläche monochrom ist oder ob sie durch andere Farben unterbrochen wird, ob die Fläche plan oder strukturiert ist. Auch die umgebenden Farben können die Wirkung einer farbigen Gestaltung stark beeinflussen. Jede Farbe einer Staude hat eine andere Wirkung auf den Menschen. Die Farbe Rot z.B. symbolisiert Stärke, Liebe, Macht und Autorität. Sie ist im Ton des Magenta, des Purpur, wie Goethe es nannte, die Königin der Farben.

Mit einer Vielzahl an Sorten von Bäumen, Sträuchern und Stauden mit ihren unterschiedlichen Farben können so Räume erschaffen werden, die über die jeweiligen Jahreszeiten dem Betrachter ein immer neues Bild bieten. Die Besitzer dieser Freiräume, ob kommunal oder privat, können dabei ihre Ansichten in Form einer organischen oder einer streng kühl gehaltenen Architektur zum Ausdruck bringen.

Freiräume mit therapeutischer Wirkung

Aufgrund der demografischen Entwicklung der Gesellschaft wird es zunehmend wichtiger, Freiräume zu schaffen, die gerade alten und erkrankten Menschen Lebensqualität bieten. Begrüßenswert ist die zunehmende Anstrengung der Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und karitativen Einrichtungen, barrierefreie Räume zu schaffen, die diesen Menschen zu einem positiven Lebensgefühl verhelfen können. Nicht nur auf die Barrierefreiheit des Außenraumes, sondern auch auf die Gestaltung sollte ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. Es ist wichtig zu wissen, welche Bedürfnisse ein alter oder erkrankter Mensch hat, um seine Sinne durch verschiedene Materialien und Pflanzen ansprechen zu können und ihm so seine Situation erträglicher zu gestalten oder eine Genesung zu ermöglichen. Für Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen gelten besondere planerische Regeln, um sie von ihrer Behinderung abzulenken und ihnen so ein stabiles Selbstwertgefühl zu vermitteln.

Die Schaffung solcher alters- und krankheitsgerechter Freiräume ist eine planerische Herausforderung, die in Zukunft an Bedeutung gewinnt.

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